Kunsthallenpark

Chronik

1968

Raspa

1968 kaufte die Stadt Bielefeld das Gelände der Ravensberger Spinnerei. Die Stadtverwaltung hatte damals vor, alle Gebäude abzureißen, die Bäume zu fällen und an dieser Stelle eine riesige Straßenkreuzung zu bauen, um die Stadt „autogerecht“ zu machen. Mehrere Bürger- und Hochschulinitiativen verhinderten das durch jahrelange Proteste.

Kuka

Am 27. September wurde die Kunsthalle mit einer Expressionismus-Ausstellung eröffnet. Den wuchtigen rot-braunen Kubus entwarf der vom Stifter Rudolf-August Oetker empfohlene amerikanische Architekt Philip Johnson, der in der Nazizeit für Hitler geschwärmt hatte. Die Stiftung hatte Oetker 1959 mit Oberbürgermeister Artur Ladebeck ausgehandelt. Die Kunsthalle hieß offiziell „Richard-Kaselowsky-Haus“, war also benannt nach Oetkers Stiefvater, der 1919-44 die Oetker-Werke geleitet hatte. Gegen den Namen gab es heftige Proteste; sie gingen vom Politischen Club „Linke Baracke“ und der SJD Die Falken aus. Kaselowsky war Mitglied des „Freundeskreises Reichsführer SS Heinrich Himmler“ gewesen; sein Betrieb galt in der Nazizeit als „nationalsozialistischer Musterbetrieb“. Trotzdem hatte der Stadtrat dem Wunsch des Stifters entsprochen, die Kunsthalle nach Kaselowsky zu benennen. Wegen der Kontroverse sagte Ministerpäsident Heinz Kühn sein Erscheinen zur Eröffnung ab, worauf Oberbürgermeister Herbert Hinndendahl die geplante große Eröffnungsfeier absagte.