Kunsthallenpark

Chronik

1679

Frieli

Nach dem Frieden von Nymwegen rückten französische Truppen in Bielefeld ein und verlangten Kontributionen. Der brandenburgische Kommandant der Sparrenburg weigerte sich, auf die Soldaten in der Stadt schießen zu lassen. Dadurch ging die Sache glimpflich ab.

1706

Alta

Ein Gewitter zerstörte den gotischen Turmhelm der Altstädter Nicolaikirche. 1739 baute man einen kugelig-barocken Turmhelm.

1713

Frieli

Bielefeld wurde preußische Garnisonsstadt. In Ermangelung einer Kaserne mussten die Soldaten zunächst in Privathäusern untergebracht werden.

1719

Frieli

König Friedrich Wilhelm I. von Preußen hob die Eigenständigkeit der Grafschaft Ravensberg und der Stadt Bielefeld auf und schloss sie verwaltungsmäßig mit Minden zusammen. Seitdem fanden fast keine Ständeversammlungen mehr statt, und der Bielefelder Magistrat war gegenüber Berlin weisungsgebunden.

1740

Plata

Um 1740 wurde dort, wo die Lutter den vor dem Brücktor der Stadtmauer gelegenen Wall durchschnitt, eine Platane gepflanzt: Plata, die spätere große Platane am Niederwall.

1742

Frieli

Bürger Martin beleidigte Bürger Medler (vielleicht unter der Friedenslinde?). Medler zog vor Gericht, Martin wurde zu einer Geldstrafe von 1 Reichstaler und 9 Mariengroschen verurteilt. Im 18. Jahrhundert entfielen 27 Prozent aller Strafverfahren in Bielefeld auf Beleidigungen und andere Ehrenhändel.

1777

Frieli

In der heutigen Hans-Sachs-Straße wurde 1775-77 eine große Kaserne gebaut, später 55er-Kaserne genannt. Als Baumaterial verwendete man die Verblendsteine der Sparrenburg-Festungen, die militärisch sinnlos geworden waren.

1807

Frieli

Nach dem Sieg der von Napoleon geführten Franzosen über Preußen gehörte Bielefeld zum Königreich Westphalen mit Sitz in Kassel, das von König Jerôme Napoléon („König Lustig“) geführt wurde, einem Bruder Napoleons. Es bestand bis 1813. Der Bau des Friedhofs Jahnplatz geht auf diese Zeit zurück.

1808

Blubu

1808, zur Zeit Napoleons, beschloss der Magistrat, außerhalb der Stadtmauer eine Begräbnisstätte der damals 6000 Einwohner zählenden Stadt zu errichten. Die Fläche wurde mit einer 2 ½ m hohen Ziegelsteinmauer eingefasst und mit einem monumentalen Eingangsportal ausgestattet. Zwei Torpfeiler aus Sandstein von 5 m Höhe und 1 m Stärke hielten ein schmiedeeisernes Flügeltor.

1810

Kuka

Um 1810 wurde vor der Stadtmauer zwischen Nebelstor und Oberntor eine Kastanie gepflanzt, die spätere Kunsthallen-Kastanie. Die Franzosen schlugen damalls ganz Norddeutschland einschließlich Jöllenbeck, Theesen, Vilsendorf, Brake und Altenschildesche zum Kaiserreich. Der Johannisbach bildete nun die Grenze zum Königreich Westfalen. Bauern aus Werther, Schildesche und Dornberg zogen bewaffnet nach Bielefeld, um ihre dort einsitzenden Söhne aus dem Gefängnis zu befreien. Sie hatten sich dem Militärdienst verweigert. Die Stadt rief französische Ulanen um Hilfe, die den Aufstand blutig niederschlugen. Diese zogen wahrscheinlich durch das Nebelstor in die Stadt.

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