Kunsthallenpark

Chronik

1857

Raspa

1857 wurde die Ravensberger Spinnerei in Betrieb genommen und galt viele Jahre lang als modernste mechanische Spinnerei Europas. Das Hauptgebäude ist in einem schlossartigen Stil gebaut.

Alta

Mit Rudolf Rempel wurde erstmals ein Vertreter des unteren Mittelstandes sowie der Arbeiterschaft in die 3. Abteilung der Stadtverordnetenversammlung gewählt. Der konservative Landrat von Ditfurth fand einen Formfehler und erzwang eine Neuwahl, doch am 13. Januar 1858 wurde Rempel erneut gewählt.

1859

Kuka

Brandgeruch, Glockenläuten, Geschrei! In der Hagenbruchstraße brannte eine Bäckerei ab. Nur knapp und mit großer Mühe konnten die Bielefelder den Ausbruch eines Stadtbrandes verhindern. Danach wurde eine Feuerwehr gegründet, um die Gefahr zu verringern. Sie rekrutierte sich aus Mitgliedern des Bielefelder Turnvereins.

1860

Kuka

Ein bunt kostümierter Rosenmontagszug setzte sich am Niederntor in Bewegung, zog durch die Stadt, zum Nebelstor hinaus nach Brackwede und wieder zurück. Ein närrischer „Großer Rath“ huldigte dem Prinzen Carneval. Schon am Karnevalssamstag hatten sich die kostümierten Narren in der Tonhalle auf dem Johannisberg zum Feiern getroffen.

1861

Blubu

Die Bielefelder Turnergemeinde feierte in der Grünanlage vor dem Niederntor ein Jahnfest und pflanzte dort eine Jahn-Eiche. Erstmals wurde der Platz Jahnplatz genannt. In dieser Zeit begann wohl auch der Abriss der Stadtmauer und des Niederntores.

1866

Kuka

Die Sängerinnen Sophie und Marie Cruvelli traten im Saal der »Ressource« (vermutlich am Alten Markt) bei einem Wohltätigkeitskonzert »zum Besten der Witwen und Waisen unserer Krieger« auf und sangen u. a. ein Duett aus »Semiramis« von Rossini, Lieder von Schubert, ein Terzett von Spohr und ein Duett aus dem »Troubadour« von Verdi. Die »Ressource« war der Verein der Bielefelder Kaufmannsfamilien. Die Handwerker trafen sich in der Bürgergesellschaft »Eintracht« am Klosterplatz und im 1859 gegründeten Gesangverein »Arion«. (nach Reinhard Vogelsang: Geschichte der Stadt Bielefeld, 2. Bd., S. 116 u. 216)

1869

Kuka

Die Sängerfeste der Bielefelder Liedertafel machten den Johannisberg berühmt, auf dem seit 1858 eine Tonhalle stand. 1869 waren die Dichter Ferdinand Freiligrath, Emil Rittershaus und Heinrich Hoffmann von Fallersleben unter den Gästen. Man feierte Freiligraths Rückkehr aus dem Londoner Exil, in das er 1849, nach der gescheiterten demokratischen Revolution, hatte fliehen müssen.

1870

Plata

Die Stadtmauer wurde vermutlich zwischen 1870 und 1880 abgerissen, der Wassergraben zugeschüttet, die Lutter gleich neben der Platane, überwölbt (kanalisiert). Man legte auf dem Wall eine breite Straße und eine mehrreihige Ulmenallee an, an die noch der inoffizielle Name Ulmenwall (sowie der gleichnamige Bunker) erinnert. An der Stadtseite baute man repräsentative Gründerzeithäuser.

Blubu

So erinnert sich Blubu an die "schöne Isländerin" und ihren blinden Mann: "Das muss so um 1870 gewesen sein, da kam dieses Paar fast jeden Tag an mir vorbei. Sie - eine schlanke, rüstige Dame, der auch mit 60 (was für Menschen ja ein höheres Alter ist) noch sehr schön war. Als junge Frau waren ihr bestimmt die Männer hinterhergelaufen. Der Glückliche, der sie bekommen hatte, ging stets an ihrer Hand: der Gymnasialprofessor und Sprachforscher Karl Schütz, der erblindet war und nicht mehr lesen konnte. Die beiden setzten sich an schönen Tagen hier auf eine Bank, sie packte ein Buch aus und las es ihrem Mann vor. Die beiden strahlten eine anmutige Ruhe aus. Sie hieß Christiane Johanna Schütz und stammte tatsächlich aus Island." (Dank an www.unglaublich-weiblich.de, 1834)

Kuka

Auf dem Gelände der abgerissenen Stadtmauer wurde das Städtische Gymnasium errichtet (das spätere Ratsgymnasium), wobei man den Grestschen Hof, einen Adelshof aus der Renaissance, in den Bau mit einbezog.

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