Kunsthallenpark

Chronik

1905

Blubu

1905 wurde an der Turnerstraße eine große und repräsentative Synagoge für die jüdische Gemeinde Bielefelds erbaut. Ihre Kuppel war vom Friedhof Jahnplatz aus sichtbar.

Alta

Die neu gegründete Freie Volksbühne veranstaltete ihre erste Vorstellung im neuen Stadttheater. Man gab Lessings Drama „Emilia Galotti“. Binnen weniger Tage warb die Volksbühne über 1000 Mitglieder. Sie organisierte Theateraufführungen vor allem für Arbeiterfamilien.

1907

Alta

1907 wurden fünf Lichtspielhäuser (Kinos) eröffnet, darunter das "Passage-Theater", Niedernstraße 12; das "Biotophon-Theater", Niedernstraße 14; das "Kinematographen-Theater Harms", Niedernstraße 16. Die neue Unterhaltungstechnik zog in Bielefeld ein.

Alta

Am 29. August wurde auf dem Neumarkt/Schillerplatz vor dem Rathaus mit großem Pomp unter Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal aus weißem Marmor eingeweiht. Davor standen Büsten Schillers und Goethes. Turner, Schützen, Kriegsveteranen, weiß gekleidete Mädchen, eine Ehrenkompanie der Garnison und Honoratioren traten auf. Schon 1921 musste der weiße Kaiser wegen Korrosionsschäden abgerissen werden.

1909

Alta

Das Leineweber-Denkmal von Hans Perathoner wurde auf dem Altstädter Kirchplatz nördlich der Kirche aufgestellt. Es stand damals auf einem Jugendstilsockel und blickte nach Westen. Der Jöllenbecker Weber Heinrich Heienbrock hatte Perathoner dafür Modell gestanden (wohl ohne Kiepe). Ansonsten folgte Perathoner dem damals in Westfalen üblichen Kiepenkerl-Klischee. Anlass der Aufstellung war die Dreihundertjahrfeier der Grafschaft Ravensberg, die im Sommer in Jöllenbeck begangen wurde.

1912

Kuka

Der zweigleisige Ausbau der Straßenbahn in der Altstadt (Obernstraße, Niedernstraße und Teile der Koblenzer Straße) wurde fertig. Von nun an konnten die Straßenbahnen im 10- oder sogar im 5-Minuten-Takt fahren.

1914

Kieke

August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. In Bielefeld wurden mehrere Lazarette eingerichtet, darunter im Schützenhaus auf dem Johannisberg. Es diente zunächst als Lazarett für gefangene, verwundete Engländer, Franzosen und Belgier. 1915 mussten dort auch die ersten verwundeten deutschen Soldaten untergebracht werden, weil es inzwischen so viele waren.

Blubu

Ende Juli gab es auch in Bielefeld eine Kundgebung gegen den drohenden Kriegsausbruch. Blubu erinnert sich: Viele Arbeiter hatten sich Anzüge und Kleider angezogen und zogen an einem Juliabend am Friedhof vorbei zur Centralhalle am Kesselbrink. Sie waren besorgt und sprachen darüber, ob wohl ein Krieg kommt. Später am Abend trafen sich auf dem Friedhof zwei üble Gestalten. Das waren wohl Polizeispitzel. Sie unterhielten sich über die Kundgebung in der Centralhalle. Der eine sagte: "Ja, der Severing - typisch Sozi! Die Serben haben den Franz Ferdinand ermordet, und die Sozis jammern, wenn die Österreicher da mal hart durchgreifen wollen." Und der andere: "Ach ja, die mögen halt keine Soldaten. Aber von Streik gegen einen Krieg war keine Rede. Darauf sollten wir besonders achten. Hast du was gehört?" - "Nee. Sie sollen besonnen bleiben, hat der Severing zu seinen Arbeitern gesagt."

1915

Alta

Die kriegsbegeisterten Bielefelder Patrioten feierten vor dem Rathaus die Eroberung Warschaus. Oberbürgermeister Stapenhorst sagte, er hoffe, dass Warschau bald zur deutschen Stadt werde.

1919

Bübu

1919-21 wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei mit Lehmkuhle der Bürgerpark angelegt. Bübu erinnert sich: "Meine erste Erinnerung ist der Zeitpunkt, wo ich hier gepflanzt wurde. Das war 1919, und ich war schon etwa zehn Jahre alt. Eine große Menge Männer waren dabei, alle mit Schaufeln und Schubkarren bewaffnet, und sie schaufelten in jahrelanger Arbeit die Hügel auf, planierten die Wege, pflanzten Bäume und Büsche, legten Beete an und säten Rasen aus. Das waren alles ehemalige Soldaten des Weltkriegs. Danals sagte man "Weltkrieg", wenn man den von 1914-1918 meinte. Die waren arbeitslos, und die Stadt Bielefeld beschäftigte sie mit Notstandsarbeiten. Sehr hübsch war die Birkenallee, die damals vom Bürgerweg (heute Stapenhorststraße) zum großen Teich führte. Allerdings klagten die Besucher in den ersten Jahren im Sommer über fehlenden Schatten. Wir Bäume waren alle noch klein und warfen kaum Schatten."

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