Kunsthallenpark

Chronik

1920

Bübu

In den 1920er Jahren trennte der Bürgerweg (heute Stapenhorststraße) die Klassen: Oberhalb, zum Teuto hin, wohnten Unternehmer und leitende Angestellte der Maschinenindustrie in Bürgerhäusern und Villen, unterhalb, etwa in der Wittekindstraße, die Metallarbeiter in zweieinhalbgeschossigen Arbeiterhäusern. Die Textilarbeiter in der Oststadt konnten sich nur anderthalb Stockwerke leisten.

1921

Kieke

Das erste Schützenfest nach dem Ersten Weltkrieg wurde wieder auf dem Johannisberg gefeiert. Das Unteroffizierskorps der Schützengesellschaft stiftete ein Kontrollhäuschen, das heute noch erhalten ist.

1925

Plata

Die Ulmen auf dem Ulmenwall fielen in den 1920er Jahren der ersten großen Welle des Ulmensterbens zum Opfer.

1926

Bübu

Am 1. Mai 1926 trugen die Fußballer des DSC Arminia ihr erstes Spiel auf der „Alm“ aus. Vor 2000 Zuschauern konnten die Gäste von Victoria Hamburg mit 5:1 gewinnen. Die Handballabteilung hatte schon vorher auf der Alm gespielt. Die Alm war damals noch ein recht armseliger Sportplatz zwischen Feldern und Wiesen außerhalb der Stadt. Drumherum ein paar Bänke und Stehplätze.

Kieke

Vor der Eröffnung der Rudolf-Oetker-Halle (1930) war das Schützenhaus Johannisberg Mittelpunkt des kulturellen Lebens der Stadt. Richard Tauber und Heinrich Schlusnus sangen dort, Lamping führte die Missa Solemnis auf, der Musikverein gab regelmäßig Konzerte.

1928

Blubu

1928 wurde am Jahnplatz das Haus der Technik mit dem markanten Leuchtturm gebaut. Dem Bau fiel das alte Hauptportal des Friedhofs zum Opfer.

Bübu

Im Frühjahr 1928 begann der Bau der Rudolf-Oetker-Halle am Rande des Bürgerparks. Dabei wurde vermutlich der untere Teil des Parks als Landschaftspark umgestaltet, die ursprünglich vorhandenen Blumenrabatten verschwanden. Die Konzerthalle wurde wesentlich von der Industriellenfamilie Oetker finanziert und nach Rudolf Oetker benannt, dem Sohn des Firmengründers August Oetker, der 1916 im Weltkrieg umgekommen war. Den Entwurf erstellte das Architektenteam Hans Tietmann und Kurt Haake. Wegen der charakteristischen neun hohen Bögen in der Fassade wurde das Gebäude auch "die Neunte" genannt. Die später hoch gelobte Akustik plante Prof. Dr. Eugen Michel. Am 31. Oktober 1930 wurde die Halle feierlich eröffnet. Bis dahin war das Schützenhaus auf dem Johannisberg die bevorzugte Bielefelder Konzerthalle gewesen.

1938

Blubu

Am 9. November zündete ein SS-Kommando die große Synagoge in der Turnerstraße an. Die Feuerwehr erschien und löschte den Brand nicht. Der Brand der Kuppel war fast in der ganzen Stadt zu sehen und wurde sogar gefilmt; die Filmaufnahme ist erhalten.

Alta

Am 10. November zerstörten SS-Leute das Geschäft Konfektionen Koch & Co. Nachf., Niedernstraße 18, das Korsettgeschäft Geschw. Salomon, Rathausstraße 12, und das Strumpfhaus Meyer, Niederwall 17. Obwohl die Ordnungspolizei angewiesen war, Plünderungen zu unterbinden, nutzten Plünderer bei mindestens drei Geschäften die Gelegenheit, stritten um geraubte Ware und probierten die Sachen auf offener Straße an.

Kieke

Am 9. November schlugen Flammen aus der weithin sichtbaren Kuppel der Synagoge in der Turnerstraße. Ein Bielefelder SS-Kommando hatte sie im Zuge der Reichspogromnacht angezündet. Die Feuerwehr stand daneben und löschte das Feuer nicht.

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