Kunsthallenpark

Chronik von Buebu

1919

1919-21 wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei mit Lehmkuhle der Bürgerpark angelegt. Bübu erinnert sich: "Meine erste Erinnerung ist der Zeitpunkt, wo ich hier gepflanzt wurde. Das war 1919, und ich war schon etwa zehn Jahre alt. Eine große Menge Männer waren dabei, alle mit Schaufeln und Schubkarren bewaffnet, und sie schaufelten in jahrelanger Arbeit die Hügel auf, planierten die Wege, pflanzten Bäume und Büsche, legten Beete an und säten Rasen aus. Das waren alles ehemalige Soldaten des Weltkriegs. Danals sagte man "Weltkrieg", wenn man den von 1914-1918 meinte. Die waren arbeitslos, und die Stadt Bielefeld beschäftigte sie mit Notstandsarbeiten. Sehr hübsch war die Birkenallee, die damals vom Bürgerweg (heute Stapenhorststraße) zum großen Teich führte. Allerdings klagten die Besucher in den ersten Jahren im Sommer über fehlenden Schatten. Wir Bäume waren alle noch klein und warfen kaum Schatten."

1920

In den 1920er Jahren trennte der Bürgerweg (heute Stapenhorststraße) die Klassen: Oberhalb, zum Teuto hin, wohnten Unternehmer und leitende Angestellte der Maschinenindustrie in Bürgerhäusern und Villen, unterhalb, etwa in der Wittekindstraße, die Metallarbeiter in zweieinhalbgeschossigen Arbeiterhäusern. Die Textilarbeiter in der Oststadt konnten sich nur anderthalb Stockwerke leisten.

1926

Am 1. Mai 1926 trugen die Fußballer des DSC Arminia ihr erstes Spiel auf der „Alm“ aus. Vor 2000 Zuschauern konnten die Gäste von Victoria Hamburg mit 5:1 gewinnen. Die Handballabteilung hatte schon vorher auf der Alm gespielt. Die Alm war damals noch ein recht armseliger Sportplatz zwischen Feldern und Wiesen außerhalb der Stadt. Drumherum ein paar Bänke und Stehplätze.

1928

Im Frühjahr 1928 begann der Bau der Rudolf-Oetker-Halle am Rande des Bürgerparks. Dabei wurde vermutlich der untere Teil des Parks als Landschaftspark umgestaltet, die ursprünglich vorhandenen Blumenrabatten verschwanden. Die Konzerthalle wurde wesentlich von der Industriellenfamilie Oetker finanziert und nach Rudolf Oetker benannt, dem Sohn des Firmengründers August Oetker, der 1916 im Weltkrieg umgekommen war. Den Entwurf erstellte das Architektenteam Hans Tietmann und Kurt Haake. Wegen der charakteristischen neun hohen Bögen in der Fassade wurde das Gebäude auch "die Neunte" genannt. Die später hoch gelobte Akustik plante Prof. Dr. Eugen Michel. Am 31. Oktober 1930 wurde die Halle feierlich eröffnet. Bis dahin war das Schützenhaus auf dem Johannisberg die bevorzugte Bielefelder Konzerthalle gewesen.

1990

Das erste internationale Tanzfestival fand in der Oetkerhalle statt. Das Tanzfestival Bielefeld bietet seit 1990 jeden Sommer Workshops und Performances von internationalen Dozenten und Compagnien. 2 Wochen lang finden mehr als 60 Kurse von Anfänger-Niveau bis Bühnentanz-Profi und zahlreiche Tanztheater-Aufführungen statt.

2013

Bübu erinnert sich: "Toll ist immer das Tanzfestival, das seit ein paar Jahren jeden Sommer in der Oetkerhalle stattfindet. Manchmal sehe ich durch die Fenster hindurch, wie die Mädels (und wenigen Jungs) schweißgebadet ihre Samba-, Jazzdance-, Afro- oder Bollywood-Choreographien einüben. Letzten Sommer trafen sich vier Damen und ein Mann im Park zur Pause, wohl vor dem großen Auftritt am Abend, und räkelten sich auf dem Rasen. Der Mann brachte eine Runde Cappuccinos aus dem Café im Bürgerpark. Und dann legten sie plötzlich los und bildeten drei kurze Reihen, machten dann im Takt eine Kette von Schritten, Armbewegungen, Drehungen. Drei oder vier Kinder fanden sich ein und staunten das Schauspiel an. Da fehlte nur noch die Musik."