Kunsthallenpark

Chronik von Blubu

1895

Die Bielefelder Sozialdemokraten feierten den 70. Geburtstag von Ferdinand Lassalle, der 1863 den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein gegründet hatte, mit einer Lassalle-Feier im Garten der Centralhalle am Kesselbrink. Mehrere tausend Teilnehmer sollen dort gewesen sein. Abends führten Laiendarsteller das Schauspiel „Um schnöden Mammon“ auf. Die Centralhalle stand an der Stelle des heutigen Telekom-Parkhauses.

1900

Die Sozialdemokraten verbanden ihre 1.-Mai-Feier (wahrscheinlich in der Centralhalle am Kesselbrink) mit einem Solidaritätsstreik für die streikenden Spinnerinnen der Spinnerei Vorwärts.

1905

1905 wurde an der Turnerstraße eine große und repräsentative Synagoge für die jüdische Gemeinde Bielefelds erbaut. Ihre Kuppel war vom Friedhof Jahnplatz aus sichtbar.

1914

Ende Juli gab es auch in Bielefeld eine Kundgebung gegen den drohenden Kriegsausbruch. Blubu erinnert sich: Viele Arbeiter hatten sich Anzüge und Kleider angezogen und zogen an einem Juliabend am Friedhof vorbei zur Centralhalle am Kesselbrink. Sie waren besorgt und sprachen darüber, ob wohl ein Krieg kommt. Später am Abend trafen sich auf dem Friedhof zwei üble Gestalten. Das waren wohl Polizeispitzel. Sie unterhielten sich über die Kundgebung in der Centralhalle. Der eine sagte: "Ja, der Severing - typisch Sozi! Die Serben haben den Franz Ferdinand ermordet, und die Sozis jammern, wenn die Österreicher da mal hart durchgreifen wollen." Und der andere: "Ach ja, die mögen halt keine Soldaten. Aber von Streik gegen einen Krieg war keine Rede. Darauf sollten wir besonders achten. Hast du was gehört?" - "Nee. Sie sollen besonnen bleiben, hat der Severing zu seinen Arbeitern gesagt."

1928

1928 wurde am Jahnplatz das Haus der Technik mit dem markanten Leuchtturm gebaut. Dem Bau fiel das alte Hauptportal des Friedhofs zum Opfer.

1938

Am 9. November zündete ein SS-Kommando die große Synagoge in der Turnerstraße an. Die Feuerwehr erschien und löschte den Brand nicht. Der Brand der Kuppel war fast in der ganzen Stadt zu sehen und wurde sogar gefilmt; die Filmaufnahme ist erhalten.

1954

Das neue Kreishaus in der August-Bebel-Straße Ecke Falkstraße wurde eröffnet.

1965

Auf dem Kesselbrink wurde ein zentraler Busbahnhof eingerichtet.

1974

Das 18stöckige Fernmeldehochhaus am Kesselbrink wurde eröffnet. Es ist mit Antennen 95,5 m hoch und beherbergte ursprünglich das Fernmeldeamt, das den Telefonverkehr organisierte. Heute heißt es Telekom-Hochhaus.

1983

Das „Neue Rathaus“ Körnerstraße/Niederwall wurde eröffnet. Es ist das dritte Bielefelder Rathaus (nach dem ursprünglichen am Alten Markt und dem wilhelminischen von 1904 am Neumarkt/Schillerplatz, heute Niederwall).

Seiten