Kunsthallenpark

Chronik von Kieke

1540

1540 begann der Bau der Festungsanlagen an der Sparrenburg. 1558 wurde auch das Kiekstadtrondell (nach anderer Schreibweise Kiekstattrondell) fertig. Es heißt so, weil man von dort so schön über die Stadt "kieken" kann. Außerdem entstanden das Marienrondell (zur Neustädter Marienkirche hin), das Schusterrondell (nach Bethel hin) und das Mühlenrondell (oder Windmühlenrondell, zum Johannisberg hin). Von den Rondellen aus konnten die Verteidiger die langen Festungsmauern seitlich "bestreichen", d. h. etwaige Angreifer von der Seite aus unter Feuer nehmen.

1900

Am 6. August weilte Kaiser Wilhelm II. in Bielefeld. Auf der Sparrenburg wurde in seiner Anwesenheit ein Denkmal des Großen Kurfürsten eingeweiht. Vielleicht wurde bei dieser Gelegenheit auch die Esche neben dem Kiekstadt-Rondell gepflanzt.

1914

August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. In Bielefeld wurden mehrere Lazarette eingerichtet, darunter im Schützenhaus auf dem Johannisberg. Es diente zunächst als Lazarett für gefangene, verwundete Engländer, Franzosen und Belgier. 1915 mussten dort auch die ersten verwundeten deutschen Soldaten untergebracht werden, weil es inzwischen so viele waren.

1921

Das erste Schützenfest nach dem Ersten Weltkrieg wurde wieder auf dem Johannisberg gefeiert. Das Unteroffizierskorps der Schützengesellschaft stiftete ein Kontrollhäuschen, das heute noch erhalten ist.

1926

Vor der Eröffnung der Rudolf-Oetker-Halle (1930) war das Schützenhaus Johannisberg Mittelpunkt des kulturellen Lebens der Stadt. Richard Tauber und Heinrich Schlusnus sangen dort, Lamping führte die Missa Solemnis auf, der Musikverein gab regelmäßig Konzerte.

1938

Am 9. November schlugen Flammen aus der weithin sichtbaren Kuppel der Synagoge in der Turnerstraße. Ein Bielefelder SS-Kommando hatte sie im Zuge der Reichspogromnacht angezündet. Die Feuerwehr stand daneben und löschte das Feuer nicht.

1944

Am 30. September zerstörte ein Bombenangriff die Bielefelder Altstadt zu 86 Prozent. Es gab 600 Tote, darunter die Familie Oetker-Kaselowsky, deren Villa am Johannisberg einen Volltreffer erhielt.

1948

Der 1944 ausgebrannte Palas der Sparrenburg mit dem Sparrenburg-Restaurant wurde wieder aufgebaut.

1950

Das 1944 schwer beschädigte Schützenhaus auf dem Johannisberg wurde provisorisch wiederaufgebaut. Das erste Schützenfest nach dem Krieg fand dort statt. In den 1950er Jahren gab es im Schützenhaus beliebte Tanzbälle, und an lauen Sommernächten kamen sich die Liebespaare auf der Terrasse näher.

1955

Das Deutsche Spielkartenmuseum zog im Palas der Sparrenburg ein.

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