Kunsthallenpark

Chronik von Kuka

1889

Kanononendonner an einem frühen Sonntag Morgen im Juli: Der Bielefelder Kampfgenossen-Verein (1864 nach dem Deutsch-Dänischen Krieg gegründet) feierte sein 25jähriges Bestehen mit Großem Zapfenstreich auf dem Klosterplatz, Burgfest auf dem Sparrenberg, »Kanonendonner vom Johannisberge« und einem Festmarsch vom Neumarkt zum Johannisberg. 1892 beschwerte sich Friedrich von Bodelschwingh darüber, dass die Kriegerfeste zu »puren Sauf- und Tanzfesten« ausgeartet seien. (Reinhard Vogelsang: Geschichte der Stadt Bielefeld, 2. Bd., 232)

1900

1900 begann der Bau einer Straßenbahnlinie vom Rettungshaus (beim heutigen Johannesstift) nach Brackwede. Die Strecke führte über Bahnhofstraße, Jahnplatz, Niedernstraße, Obernstraße, Koblenzer Straße (die heutige Artur-Ladebeck-Straße).

1912

Der zweigleisige Ausbau der Straßenbahn in der Altstadt (Obernstraße, Niedernstraße und Teile der Koblenzer Straße) wurde fertig. Von nun an konnten die Straßenbahnen im 10- oder sogar im 5-Minuten-Takt fahren.

1947

Das Bismarck-Denkmal, das 1903 auf dem Schillerplatz aufgestellt worden war, versetzte man auf den Nebelswall vor das Ratsgymnasium. 2007 wurde es zum dritten Mal versetzt, zur Handwerkskammer.

1968

Am 27. September wurde die Kunsthalle mit einer Expressionismus-Ausstellung eröffnet. Den wuchtigen rot-braunen Kubus entwarf der vom Stifter Rudolf-August Oetker empfohlene amerikanische Architekt Philip Johnson, der in der Nazizeit für Hitler geschwärmt hatte. Die Stiftung hatte Oetker 1959 mit Oberbürgermeister Artur Ladebeck ausgehandelt. Die Kunsthalle hieß offiziell „Richard-Kaselowsky-Haus“, war also benannt nach Oetkers Stiefvater, der 1919-44 die Oetker-Werke geleitet hatte. Gegen den Namen gab es heftige Proteste; sie gingen vom Politischen Club „Linke Baracke“ und der SJD Die Falken aus. Kaselowsky war Mitglied des „Freundeskreises Reichsführer SS Heinrich Himmler“ gewesen; sein Betrieb galt in der Nazizeit als „nationalsozialistischer Musterbetrieb“. Trotzdem hatte der Stadtrat dem Wunsch des Stifters entsprochen, die Kunsthalle nach Kaselowsky zu benennen. Wegen der Kontroverse sagte Ministerpäsident Heinz Kühn sein Erscheinen zur Eröffnung ab, worauf Oberbürgermeister Herbert Hinndendahl die geplante große Eröffnungsfeier absagte.

2007

Der Kunsthallenpark wurde zum Skulpturenpark umgestaltet. Dabei verschwand ein tiefes Wasserbecken, in dem Goldfische gelebt hatten; es wurde durch ein flacheres Becken ersetzt. Das Bismarck-Denkmal wurde zur Handwerkskammer versetzt. Eine der beiden großen Kastanien musste gefällt werden, weil sie krank war. Die Mauer zur Artur-Ladebeck-Straße verlor ihren Bewuchs mit Wildem Wein.

Der Kunsthallenpark wurde 2007 umgestaltet. Zuerst fiel die zweite große Kastanie, da sie krank war. Das Bismarck-Denkmal wurde zur Handwerkskammer versetzt. Der Teich wurde umgebaut, viele Sträucher und der Efeubewuchs auf der Mauer zur Artur-Ladebeck-Straße wurden entfernt und stattdessen neue Skulpturen aufgestellt.

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